Die Friedenskirche war längst etabliert und hatte ihren 20ten Geburtstag schon gefeiert, als im Juni 1987 in einer Gemeindeversammlung im gut besuchten Gemeindekirchensaal der doch recht verdutzten Gemeinde fröhlich mitgeteilt wurde, dass aus dem Bezirk West der St. Nicolai Gemeinde, die selbstständige Friedenskirchengemeinde werden sollte. Da wurde es erst einmal ruhig im Saal, denn nicht alle teilten die optimistisch vom Kirchenvorstand St. Nicolai dargestellten Möglichkeiten einer selbstständigen Gemeinde. Stillschweigen war im Vorfeld auch noch vereinbart worden. Das erschien schon merkwürdig. Rededuelle, über die wir heute schmunzeln können, förderten ein wenig Verständnis, aber vorzugsweise ein möglicherweise trotziges “jetzt erst recht“ heraus.                   

Dann wurden Kandidatinnen und Kandidaten für den Kirchenvorstand geworben. Aus 10 Kandidaten auf der Wahlliste, waren 8 zu wählen. Dann hatten wir fast alles: wir hatten vom 1. Juni 1988 an, eine selbstständige Kirchengemeinde, wir hatten einen erstmals neuen Kirchenvorstand. Frau Dr. Herold, die den Bezirk West schon in St. Nicolai vertreten hatte, wurde stellvertretende Vorsitzende dieser Friedenskirchengemeinde. Abhanden gekommen war uns zwischenzeitlich unsere Pastorin Schilling. Sie war jetzt im Ruhestand. Pastor Hesse aus Gerzen wurde die Vakanzvertretung und mit ihm unternahmen wir die ersten zaghaften selbstständigen Schritte in unser eigenes Profil. Wir wollten anders sein als andere Gemeinden: neue Akzente setzen und Nischen mit Angeboten besetzen. Auch aus dem Jahr 2011 rückblickend betrachtet, können wir stolz sein, vieles davon umgesetzt zu haben. Nach 9 Monaten der Selbstständigkeit, konnten wir uns bei Pastor Hesse bedanken, denn am 4. Februar 1989 wurde Pastor Hartmut Merten als Pastor der Friedenskirche in sein Amt eingeführt. Die selbstständige Friedenskirchengemeinde entwickelte sich. Als vermutlich erste Gemeinde im Kirchenkreis Alfeld führten wir den Neujahrsempfang ein. Um uns auch öffentlich besser bemerkbar zu machen, gab es mit der Ausgabe Mai/Juni 1989 den ersten Friedensboten unserer Friedenskirche, der auch heute noch, als aktuelle Ausgabe, an alle Haushalte im Bereich der Friedenskirchengemeinde verteilt wird. Am 8. November 1992 verabschiedeten wir uns von Pastor Merten. Er wechselte zur Paulus – Gemeinde nach Lüneburg. Herzlichen Dank für die tolle Zusammenarbeit. Schon am 16. November 1992 bekamen wir einen neuen Pastor. Pastor Michael Kratochwill mit junger Familie stand vor dem Pfarrhaus am Schlehberg. Das Familie Kratochwill für etliche Tage in eine Baustelle zog, werten wir aus heutiger Sicht natürlich als gutes Ohmen. Auch mit Pastor Kratochwill konnten viele Ideen in die Wirklichkeit versetzt werden. Im Januar 2011 gab es zum 17. mal unsere Laufaktion:  „Gemeinde auf Trab“. Oder denken sie an den Weihnachtsspaziergang, oder, oder. Beide Pastoren in Zusammenarbeit mit den Vertretern der Gemeinde, dem Kirchenvorstand, haben unsere Gemeinde ein gutes Stück nach vorn gebracht. Der Kirchenvorstand wiederum konnte und kann sich da auch auf die zuverlässige Mitarbeit der verschiedenen Gruppen und Kreise, die in den vorhergehenden Friedensboten vorgestellt wurden, verlassen.

Nur Sonnenschein ist auch bei uns nicht zu haben. Seit ca. 15 Jahren ziehen immer wieder einmal dunkle Wolken auf. Die verschiedenen Sparrunden haben natürlich auch vor der Friedenskirche nicht halt gemacht. Da muss der Kirchenvorstand möglichst intelligent gegensteuern. Seit Januar 2000 haben wir nur noch einen „halben“ Pastor, die andere Hälfte versieht ihren Dienst in St. Nicolai. Am 30. Juni 2005 mussten wir unseren Kinderspielkreis schließen. Eine unserer traurigsten Entscheidungen. Der Küster- und Hausmeisterdienst wurde 1988 noch mit 40 Wochenstunden bedacht. Aktuell sind wir da im einstelligen Stundenbereich, wir haben die Stelle auflösen müssen. Wir bedanken uns auch da für die ehrenamtliche Mitarbeit. Kirchenvorstände werden alle 6 Jahre neu gewählt. Der aktuelle Vorstand ist seit 2012 im Amt und wird  2018 neu gewählt.

 

Ein neues Kirchenjahr hat begonnen
 

   
  Kirchsaal mit vorbereiteter Kaffeetafel.     Der kleine Basar mit handwerklich geschickt gefertigten Kleinigkeiten lädt ein.

 Sorgfältig vorbereitet und in einer Vielfalt dargebracht, dass war wieder der Auftakt in das neue Kirchenjahr 2014 am 30. November 2013. Sorgfältig vorbereitet hatte es, ja man möchte schon sagen, wie immer, der Mütterkreis der Friedenskirche. Vielfältig zum 1. Advent dargebracht natürlich auch. Das Angebot an verschiedenen Kuchenvariationen und der dazugehörigen Tasse Kaffee oder auch Tee waren schon beeindruckend. Die Damen des Mütterkreises konnten auch in diesem Jahr wieder alle Gäste zufriedenstellen. Ein kleiner, angegliederter Basar löste so manches kleine kommende Geschenkproblem. Sicherlich übersichtlich, aber mit handwerklich geschickt angefertigten Kleinigkeiten und Köstlichkeiten.

 

Dann um 17:00 Uhr riefen die beiden Glocken der Friedenskirche zum 1. Gottesdienst im neuen Kirchenjahr, zum 1. Advent. "Machet die Tore weit und die Türen in der Welt hoch, dass der König der Ehre einziehe!" Mit diesen Worten aus dem 24. Psalm und dem Entzünden der ersten Adventskranzkerze begann dieser Gottesdienst, vorbereitet natürlich auch vom Mütterkreis der Friedenskirche, vorgetragen und mit der Gemeinde gefeiert. Der Choral: "Der Tag, mein Gott, ist nun vergangen und wird vom Dunkel überweht. Am Morgen hast du Lob empfangen, zu dir steigt unser Nachtgebet." beendete diesen schönen und nachhaltigen Gottesdienst, aber auch den Nachmittag. Da waren sich viele ganz sicher; ein schöner Tag findet hier einen schönen, anrührenden Ausklang. Herzlichen Dank, dem Mütterkreis der Friedenskirche.                                                                                                                              gu